Vielleser
Eat Pray Love

Alle mit einem erhöhten Testosteronspiegel brauchen hier gar nicht weiterzulesen. Hier geht’s um einen Weg zum Glück durch Enthaltsamkeit. Ja, ja ich weiss, das Buch ist seit der Verfilmung mit Julia Roberts in aller Munde. Deshalb wollte ich mich erst gar nicht dazu äussern. Hab mich aber kurzfristig anders entschieden, denn vielleicht gibt es da draussen Skeptiker wie ich, die bis jetzt dachten, amerikanische Kommerzliteratur kann doch keine geistreiche Unterhaltung sein, nein, nein. Oh doch, es kann und Eat Pray Love von Elizabeth Gilbert ist alles andere als trivial.

Ich bin froh, dass mir das Buch in einem schwachen Moment aufgefallen ist und ich trotz meiner Vorurteile, ohne eigentliche Absicht zugegriffen habe. Der Roman ist einfach lebensbejahend, aufbauend, tröstlich und urwitzig. Ich mochte es (und Hillary Clinton übrigens auch, steht jedenfalls auf dem Buchdeckel, die Frau hat Humor), den Gedanken und Erkenntnissen von Liz durch Italien, Indien und Indonesien zu folgen bis hin zu ihrer Erleuchtung.

Man nimmt’s ihr ab, dass es sich wirklich (in etwa) so zugetragen hat. Die Geschichte ist auf natürliche Art romantisch, ohne kitschig zu werden, zumindest bis zu den Szenen mit Felipe, aber die kommen wirklich erst ganz am Schluss. Und das ist für eine Amerikanerin doch eine Leistung, wenn man sich so amerikanische Weihnachtsbeleuchtungen im allgemeinen vor Augen führt. Bei den Schilderungen aus dem Ashram in Indien, habe ich mich gefragt, wie bringt man bloss diese Gedankengänge in einem Film rüber, ohne dass ständig jemand im Off redet. Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber das Buch ist wirklich gut.

Vielleser-Beurteilung (max. ****):

Originalität **** / Spannung ** / Humor *** /  Tiefgründigkeit **** / Romantik *** / Wissen *

  1. von vielleser gepostet
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